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30.04.2019
Filmfest Schleswig-Holstein 2019Der Norden im Filmfieber

Der Film "Electric Girl" feiert seine Schleswig-Holstein Premiere beim "Luschern" am 2. Mai

Das Wochenende vom 9. bis 11. Mai steht ganz im Zeichen der Schleswig-Holsteinischen Filmszene: Das Filmfest Schleswig-Holstein geht in die 23. Runde und zeigt einen spannenden Mix aus insgesamt 25 Produktionen. Bereits vom 2. bis 8. Mai gibt es mit dem Vorprogramm "Luschern" brandheiße Kinokost mit gleich mehreren SH-Premieren.

Am Donnerstag, 9. Mai, öffnet das Filmfest Schleswig-Holstein seine Tore und startet direkt mit einer Neuerung: Zum ersten Mal wurde ein Hochschultag in das Programm integriert. Von 11.30 Uhr bis 17:30 Uhr präsentieren die norddeutschen Hochschulen im Kino in der Pumpe in Kiel ihre Film- und Mediensparten. Mit dabei sind die Hochschule Flensburg, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Muthesius Kunsthochschule und die Fachhochschule Kiel – der Eintritt ist frei. Am Abend erwarten die Besucher dann im Rahmen der Eröffnung des Filmfests SH im Innenhof der Kieler Pumpe nicht nur Kurzfilme und Streetfood, sondern auch die Preisverleihung des Hochschultages. Verliehen werden der Peter K. Hertling Filmpreis der FH Kiel und der Nichtsilberne Hering der Muthesius Kunsthochschule.

Arne Sommer von der Filmwerkstatt Kiel leitet das Filmfest Schleswig-Holstein

Am Freitag geht es dann mit dem eigentlichen Filmprogramm weiter, das gleich mit mehreren Highlights aufwartet: Frisch von der Berlinale kommt Filmemacherin Annekatrin Hendel mit ihrem Dokumentarfilm „Schönheit und Vergänglichkeit" (10. Mai, 20 Uhr), der den Berliner Türsteher Sven Marquardt und einige seiner Weggefährten in den Mittelpunkt stellt – eine faszinierende Zeitreise in die DDR vor dem Mauerfall.

Eine weitere Doku-Perle liefern Bigna Tomschins und Arjun Talwars: In „Der Esel hieß Geronimo" (10. Mai, 17:30 Uhr) geht es um eine Insel-Wohngemeinschaft, die sich einst auf einer kleinen Insel in der Flensburger Förde niederließ, jedoch nach zehn Jahren zerstritten und mit gebrochenen Herzen ans Festland zurückkehrte. Der Film feierte seine Premiere beim DOK Leipzig 2018.

Mit Rainer Komers ist auch ein alter Hase der SH-Filmszene und Deutscher Filmpreis-Träger im Festivalprogramm vertreten: Sein Dokumentarfilm „Barstow, California" (10. Mai, 15:30 Uhr) erzählt die Geschichte des wegen Mordes inhaftierten Dichters Stanley „Spoon" Jackson und seiner Familie – ein bedrückendes Portrait über die Kehrseite des amerikanischen Traums.

Auf Entschleunigungsreise schicken uns Carolin Renninger und René Frölke in ihrem Dokumentarfilm „Aus einem Jahr der Nichtereignisse" (11. Mai, 15:30 Uhr). Der fast 90-jährige Willi lebt alleine mit seinen Katzen, Hühnern und Gänsen auf einem verwilderten Bauernhof in Schleswig-Holstein. Die Filmemacher lenken den Blick dabei auf das, was ihn umgibt: Der Sonnenschein an der bröckelnden Hauswand, das grüne Moos am Gartenstuhl, die Blüten der Obstbäume – alltägliche Unaufgeregtheit in ihrer reinsten Form.

Veranstaltet wird das Filmfest Schleswig-Holstein von der Filmwerkstatt Kiel und Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.. Das komplette Programm findet ihr hier. 

Mal kurz ins Kino "luschern"

Streng genommen erwartet Cineasten gleich noch ein zweites, vorgelagertes Filmfest: Vom 2. bis 8. findet in gleich mehreren Kieler Kinos das „Luschern" statt, das quasi den Anheizer für das Filmfest macht.
Eröffnet wird das „Luschern" mit Ziska Riemanns Film „Electric Girl" (2. Mai, 20.30 Uhr, Metro Kino im Schlosshof), der zum Großteil im benachbarten Bundesland Hamburg gedreht wurde und beim Filmfest seine Schleswig-Holstein Premiere feiert. Im Zentrum der Geschichte steht Poetry-Slammerin Mia, die eine Superheldin in einem Anime synchronisiert. Während der Arbeiten merkt sie, dass die Geschichte des Animes viel mit ihrem eigenen Leben zu tun hat – die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen Stück für Stück und bringen ihr Leben aus dem Gleichgewicht. Hier gibt es im Anschluss ein Interview zum Film mit der Regisseurin.

Superheldin Mia aus "Electric Girl" in Aktion

Seit der Gründung 1900 begeistern sich zahlreiche Fußballfans des nördlichsten Bundeslandes für den Club Holstein Kiel. Die Dokumentation „HolsteinHerz" (3. Mai, 20.30 Uhr, Gutenberg) von Jess Hansen und Johanna Jannsen begleitet die Störche in der erfolgreichen und turbulenten Saison 2017/1018.

EIn Dokumentarfilm nicht nur für Fußballfans: HolsteinHerz

Eine weitere Schleswig-Holstein-Premiere erwartet das Kieler Publikum mit "All My Loving" (6. Mai, 20.30 Uhr, Studio Filmtheater am Dreiecksplatz). Der Berlinale-Film von Edward Berger handelt von drei Geschwistern, die in der Mitte ihres Lebens stehen und mit Schicksalsschlägen und Selbstzweifel kämpfen. Zum Star-Ensemble gehören Lars Eidinger, Nele Mueller-Stöfen und Hans Löw. Gedreht wurde unter anderem im schleswig-holsteinischen Wedel.

Auch für Freunde des Animationsfilms gibt es ein Highlight im Luschern-Programm: Der in Cannes gefeierte Animationsfilm "Another Day of Life" (8. Mai, 20 Uhr, Traum Kino) von Raul de la Fuente und Damian Nenow zeigt die packende Geschichte einer dreimonatigen Reise des berühmten polnischen Reporters Ryszard Kapuściński durch das kriegszerstörte Angola. Der Film wurde im Jahr 2018 bei den European Film Awards als bester Animationsfilm ausgezeichnet.

Foto Titelbild: Victoria Schulz/NiKo Film;
Schönheit und Vergänglichkeit: it works! Medien; Der Esel hieß Geronimo: Lo-Fi Films; Barstow, California: Visions du Réel; Aus einem Jahr der Nichtereignisse: Wolf Kino; HolsteinHerz: Joker Film; All my Loving: Port au Prince Pictures; Another Day of Life: Pandora Film; Foto Arne Sommer: Studio23/Alex Kock

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