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30.10.2018
Die 10 besten Roadmovies Wenn wir durch den Norden cruisen

Markus Gollers 25 km/h startet am 31. Oktober in den deutschen Kinos.

Was braucht man für ein richtig gutes Roadmovie? Zuerst einmal einen fahrbaren Untersatz, dann gute Straßen, etwas Bargeld – und natürlich tolle Darsteller! All das hat 25 km/h, das neue Moped-Abenteuer mit Bjarne Mädel und Lars Eidinger. Zum Kinostart zeigen wir euch zehn der besten Roadmovies, die in Hamburg oder Schleswig-Holstein zumindest einmal einen Stopp gemacht haben.

25 km/h

Bjarne Mädel und Lars Eidinger auf zwei klapprigen Mofas – mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Vielleicht noch das: Auf dem von Markus Goller inszenierten Roadtrip quer durch Deutschland haben die beiden es gekonnt geschafft, Hamburg zu umschiffen. Eigentlich eine Frechheit, aber Hamburgs beliebtester Tatortreiniger macht mit einem Stopp in der Lübecker Bucht (unserer zweitliebsten Hansestadt) alles wieder gut. Das PS-ärmste Roadmovie dieser Liste startet am 31. Oktober 2018 in den Kinos.

Bandits

Vier Verbrecherinnen gründen in Katja von Garniers Gangsterfilm eine Knastband und nutzen die Chance zur Flucht. Auf ihrem Roadtrip kommen Männer nur am Rande vor, dafür geht's um Freundschaft und vor allem um Musik. Der letzte Halt ihrer Flucht führt sie an die Große Elbstraße unweit des Hamburger Fischmarkts. Hier spielt die Band rund um Jasmin Tabatabai und Katja Riemann ihr letztes Konzert auf dem Dach eines baufälligen Gebäudes, das kurz nach Drehende tatsächlich der Abrissbirne zum Opfer fiel. Unvergessen: Die Singleauskopplung „Catch Me", die 1997 in den Radios rauf und runter lief.

Ein Freund von mir

Daniel Brühl und Jürgen Vogel sind die Gesichter dieses deutschen Roadmovies aus dem Jahr 2006 mit etwas spanischem Flair. Karl (Daniel Brühl) wird von seinem Chef zur Marktbeobachtung eines Autoverleihers verdonnert. Dort begegnet er Hans (Jürgen Vogel), der ihn in die Faszination des nächtlichen Nacktporschefahrens einführt und auch sonst durch seine extrovertierte Art genau das Gegenteil von Karl ist. Kompliziert wird's, als Karl sich in Hans Freundin verliebt und diese nach Barcelona zieht. Karl macht sich nach viel Hin und Her in Hans altem DAF auf dem Weg von Hamburg nach Barcelona, um sie wiederzusehen. Ein Roadmovie von Erfolgsregisseur Sebastian Schipper, der mit Absolute Giganten zuvor einen echten Hamburg-Klassiker geschaffen hat und dem später mit Victoria der internationale Durchbruch gelang.

Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt

Mitte der 90er, Hamburg Altona, Therapie-WG: Dort lebt Karl Schmidt. Sein Betreuer Werner rät ihm, an einer Kur in Berlin teilzunehmen. Dort angekommen, lässt er sich jedoch von seinen alten Kumpels und DJs aus der Techno-Szene dazu überreden, auf der kommenden Tour den Busfahrer zu spielen. Und genau das kommt Karl Schmidt gerade recht, der keine Lust mehr auf das langweilige Leben in seiner WG hat. Regisseur Arne Feldhusen schickt die Truppe rund um den Hamburger Schauspieler Charly Hübner auf einen aberwitzigen Trip durch die Republik. Ebenfalls mit dabei: Bjarne Mädel, der in diesem Roadmovie Karls Betreuer Werner spielt.

Die Schimmelreiter

Der Schimmelreiter von Theodor Storm kennt wahrscheinlich jeder aus dem Deutschunterricht – aber "Die Schimmelreiter"? Im Jahr 2008 ließ der Hamburger Regisseur Lars Jessen (Dorfpunks, Fraktus) den Schauspieler Peter Jordan als Lebensmittelkontrolleur auf Dithmarschens Imbisse los. Der hat allerdings keine Lust mehr auf Provinz und will nach Hamburg versetzt werden. Sein Chef hat sich jedoch eine Hürde ausgedacht: Er muss dessen ständig besoffenen Bruder Tillmann (gespielt von Axel Prahl) unter seine Fittiche nehmen. Ob er es trotz Tillmann nach Hamburg schafft? Schaut euch den Film an! Und ratet mal, wer ebenfalls mit von der Partie ist – ganz genau: Bjarne Mädel.

Whatever Happens Next

Paul (Sebastian Rudolph) lässt alles zurück: Frau, Job und die gesamte bürgerliche Existenz. Was folgt ist eine lange Odyssee: Er erscheint ungeladen auf Beerdigungen oder Partys, unternimmt mit einem Studenten eine abenteuerliche Stippvisite nach Polen, zieht für eine Zeit in Kiel mit der tollen Nele zusammen und überlässt sich ganz dem Zufall. Der Film von Regisseur Julian Pörksen hatte seine Premiere auf der Berlinale 2018 und war bisher noch nicht im regulären Kinobetrieb zu sehen.

Nordsee ist Mordsee

Noch lange bevor der Hamburger Filmemacher Hark Bohm mit Fatih Akin die Drehbücher zu Tschick und Aus dem Nichts schrieb, schuf er selbst ein paar Klassiker des deutschen Kinos. Einer davon: Das Wasser-Roadmovie "Nordsee ist Mordsee" aus dem Jahr 1976. Gedreht wurde die Geschichte um den rebellischen 14-jährigen Uwe zum Großteil in Wilhelmsburg. Von hier aus haut der Jugendliche gemeinsam mit seinem Freund Dschingis auf einem Floß ab Richtung Hamburger Hafen. Die beiden übernachten am Elbufer und machen sich auf den Weg in einen Nebenarm der Elbe – immer auf der Flucht vor der Wasserschutzpolizei.

Erbsen auf halb 6

Mit Erbsen auf halb 6 ist Regisseur Lars Büchel im Jahr 2004 ein etwas anderes Roadmovie gelungen: Nach einen Unfall verliert der erfolgreiche Theaterregisseur Jakob (Hilmir Snær Guðnason) sein Augenlicht und bekommt fortan Hilfe von der blinden Lilly (Fritzi Haberlandt), die Lehrerin an einem Rehabilitationszentrum für Blinde ist. Jakob kommt mit seiner neuen Situation jedoch nicht zurecht und macht sich nach einem gescheiterten Suizidversuch mit dem Zug von Hamburg aus auf den Weg nach Russland. Lilly, die sich für ihn verantwortlich fühlt, folgt ihm. Eine tragisch-komische Reise beginnt.

Zugvögel - Einmal nach Inari

Finnischer Humor meets Deutsche Komödie: Lastwagenbeifahrer Hannes ist großer Eisenbahnfan und will am 1. Internationalen Fahrplan-Wettbewerb im finnischen Ort Inari teilnehmen. Nachdem sein Chef ihm den Urlaub verwehrt und ihm direkt kündigt, macht er sich spontan auf den Weg nach Finnland. Auf der Fahrt, die ihn auch nach Hamburg führt, lernt er die Finnin Sirpa kennen – und verliebt sich. In der Zwischenzeit ist jedoch sein Chef im Büro gestorben und Hannes steht unter Mordverdacht. Ein skurril-witziges Roadmovie von Regisseur Peter Lichtefeld mit Joachim Król und Peter Lohmeyer.

Im Juli

Ein frühes Werk von Hamburgs Kultregisseur Fatih Akin aus dem Jahr 2000: Lehramtsreferendar Daniel macht sich mit dem altersschwachen Auto seines Nachbarn von seiner Heimatstadt Hamburg aus auf den Weg nach Istanbul, um eine Frau zu treffen, die er erst wenige Tage zuvor in Hamburg auf einer Party kennengelernt hat. Auf dem Weg nimmt er Tramperin Juli mit, die auf eben dieser Party ebenfalls ein Auge auf ihn geworfen hatte - und wegen der offensichtlichen Liebelei überstürzt abgehauen ist. Ob sich das Blatt für Juli auf der Odysssee doch noch wendet? Moritz Bleibtreu hat für seine Rolle 2001 den Deutschen Filmpreis als bester Darsteller gewonnen.

25 km/h: 2018 Gordon Timpen/Sony Pictures Releasing GmbH/Sunny Side Up GmbH
Bandits: Olga Films
Ein Freund von mir: X Verleih
Erbsen auf halb 6: Senator Film
Magical Mystery 1: DCM
Magical Mystery 2: DCM/Gordon Timpen, SMPSP
Nordsee ist Mordsee: Hark Bohm
Whatever Happens Next: The StoryBay UG / Carol Burandt von Kameke
Zugvögel - Einmal nach Inari: Prokino
Im Juli: Universum Film; Die Schimmelreiter: Aries Images

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