16. Februar 2017
Gebauter Meerblick3 Tage in Quiberon

Szenenbild "3 Tage in Quiberon"

Einer der Hauptdrehorte für den Kinofilm 3 Tage in Quiberon von Emily Atef über drei bedeutungsvolle Tage im Leben Romy Schneiders war neben den Originalschauplätzen im bretonischen Quiberon und Hamburg der schleswig-holsteinische Ort Südstrand auf Fehmarn. Der Location Scout und Grafikdesigner Herbert Müller und die Szenenbildnerin Silke Fischer haben das denkmalgeschützte und leerstehende "Haus des Gastes", welches 1968 ebenso wie das benachbarte IFA-Ferienzentrum von Arne Jacobsen entworfen wurde, auf Fehmarn gefunden und in ein 70er-Jahre-Hotel mit Atlantikblick verwandelt.

"Eigentlich wollten wir im IFA drehen, doch die Zimmer waren zu klein. Der leerstehende Glaspavillon von Arne Jacobsen mit einem großen Innenraum war für uns perfekt", erzählt Szenenbildnerin Silke Fischer, die zuletzt für die Kinofilme Toni Erdmann und Vor der Morgenröte das Szenenbild verantwortet hat. "Dieses Gebäude in Südstrand war ein absoluter Glücksfall für uns", sagt Produzent Karsten Stöter von Rohfilm Factory aus Dresden. "Man muss allerdings schon viel Phantasie haben, um eine Lobby in den leeren Raum zu visualisieren. Aber da ist Silke Fischer eine wahre Künstlerin".

Meerblick selbstgemacht
„Für den Meerblick haben wir ein 40 m² großes Foto vom Atlantik drucken lassen.“
Silke Fischer

So wurde aus einem anfänglich geplanten Dreh on Location ein Studiodreh mit drei bis vier verschiedenen Sets, die parallel bespielt und vorbereitet werden konnten, darunter die große Hotel-Lobby, ein Hotelzimmer mit Meerblick, eine Hotel-Suite, zwei weitere Zimmer und ein Badezimmer. Sämtliche Sets wurden mit beweglichen Wänden ausgestattet, so dass mit einem schnellen und kurzen Umbau aus den verschiedensten Richtungen gedreht und Licht gesetzt werden konnte. "Für den Meerblick haben wir einen vier mal zehn Meter großen Hintersetzer mit einem Originalfoto vom Atlantik drucken lassen", sagt Silke Fischer.

Die Hotel-Lobby

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt drei Tage im Leben von Romy Schneider. 1981 verbringt die berühmte Schauspielerin, gespielt von Marie Bäumer, einige Zeit in der Bretagne, um sich während einer Kur für ihren nächsten Film zu regenerieren. Sie bekommt Besuch von ihrer langjährigen Freundin Hilde (Birgit Minichmayr), aber auch vom STERN-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdek) und dem Starfotografen Robert Lebeck (Charly Hübner). Es folgen drei unvergessliche Tage. Das epochemachende Interview, in dem Romy mit der deutschen Presse abrechnen will, wird zur Bestandsaufnahme ihres Lebens.

Während die Außenaufnahmen an Originalschauplätzen gedreht wurden, entstanden die intensiven Hotelszenen in dem extra für den Dreh eingerichteten "Haus des Gastes". Ein altes Restaurant an der Süssauer Promenade wurde von Silke Fischer in ein Fischrestaurant verwandelt, in jene Hafenbar, in der Romy Schneider und ihre Begleiter die Abende verbracht haben. Hier wurde sie auch von einem kauzigen Mann gefragt, ob sie nicht die Sissi sei. Der Filmstar hätte sich geschmeichelt gefühlt und zum Erstaunen ihrer Begleiter mit dem Fremden getanzt.

3 Tage Quiberon wurde von MAHA Productions und Rohfilm Factory mit Emily Atef entwickelt und von Rohfilm Factory in Koproduktion mit der österreichischen Dor Film, Sophie Dulac aus Frankreich, NDR, Arte, ORF, Tita.B. und Departures Film produziert.

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat den Film mit 350.000 Euro Produktionsförderung unterstützt. Der in schwarz-weiß und Cinemascope gedrehte Film wird von Prokino 2018 ins Kino gebracht, Beta Cinema übernimmt den Weltvertrieb.

Abgedreht
Rohfilm Factory, Robert Stopfer

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