Interview>3 Fragen an...Stefan Westerwelle

09.08.2017
3 Fragen an...Stefan Westerwelle

Setbesuch bei Matti und Sami

Stefan Westerwelle hat in Köln Film und Fernsehen studiert und konnte direkt im Anschluss mit Solange du hier bist auf internationalen Festivals mehrere Preise gewinnen. 2008 wurde der gebürtige Detmolder darüber hinaus mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein Westfalen ausgezeichnet und hat seitdem unter anderem die Dokumentation Detlef und den Spielfilm Lose Your Head gedreht, die beide bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin liefen. Wir haben den Regisseur und Drehbuchautor bei den Dreharbeiten der Kinderbuchverfilmung Matti und Sami in Hamburg zu einem Blitzinterview getroffen (Stefan steht im Setfoto rechts außen).

Bei Kindern ist immer alles direkt: das, was du rein gibst, bekommst du auch wieder raus. Bei Erwachsenen kann man einiges wegschummeln.
Stefan Westerwelle
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Was war damals dein Lieblingskinderbuch?

Ich habe weniger gelesen, dafür aber umso mehr Kassette gehört. Alf und Flitze Feuerzahn fand ich immer super. Comics wie Micky Maus und Asterix und Obelix habe ich auch gerne gelesen.
2

Was macht für dich die Arbeit mit Kinderdarstellern aus?

Bei Kindern ist immer alles direkt: das, was du rein gibst, bekommst du auch wieder raus. Bei Erwachsenen kann man einiges wegschummeln. Wenn ich etwa Regieanweisungen gebe und selbst nicht genau weiß, wie das aussehen soll, dann klappt es am Ende trotzdem irgendwie. Bei Kindern muss ich selber ganz genau wissen, was ich haben will. Meine tollste Regieanweisung letzte Woche für Mikke (spielt den Matti) war: „Du bist über die Situation im Bilde, oder?!" Mikke hat zwar genickt, aber er hat sicher nicht gewusst, was ich meine. Das ganze Team hat das mitbekommen - und dann habe ich erst realisiert, dass ich selbst gerade kläglich gescheitert bin *lacht*. Ich habe es dann trotzdem nicht zurück genommen, mich hingesetzt und ihn machen lassen. Was letztendlich richtig super war.
3

Matti ist in deinem neuen Film mit seinen Entscheidungen sehr mutig. Was war das Mutigste, was du je gemacht hast?

Filme zu machen, insbesondere Kinderfilme. Man muss aufgrund der Auflagen für Kinderdarsteller mehr schaffen - in einer deutlich kürzeren Zeit. Es stellt sich also immer die Frage: Machst du den Take noch mal oder lässt du ihn besser so, wie er ist. Da besteht natürlich immer ein Risiko. Wenn man nach dem Dreh dann jedoch sieht, was für unentdeckte Geschenke einem die Schauspieler während der gesamten Drehzeit gemacht haben, zahlt sich das Risiko allemal wieder aus. Manchmal bekommt der Film dadurch eine ganz eigene Drehung. Ich freue mich schon sehr auf die Postproduktion.

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