17. Februar 2017
Sustainability Reloaded

Panel zur Berlinale

Grün zu produzieren ist nicht zwangsläufig teurer, sondern dadurch kann sogar Geld gespart werden, berichteten diverse Produzent*innen und Regisseur*innen bei der Veranstaltung "Sustainability Reloaded", das Green Film Shooting in Partnerschaft mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der MFG Baden-Württemberg im Rahmen der 67. Internationalen Filmfestspiele in Berlin veranstaltet hat.

"Beim Dreh von Queen of Katwe in Uganda und Johannesburg haben wir 37.000 Plastikflaschen eingespart, was einer Summe 17,000 Dollar entsprach", erklärte Lydia Dean Pilcher, Gründungsmitglied des PGA Green und Produzentin des Disney-Films Queen of Katwe von Mira Nair. "Eines der Argumente, mit denen wir als Produzent*innen in den USA immer konfrontiert werden, ist, dass es zu teuer sei, grün zu drehen, da kompostierbare Dinge und der Einsatz eines Eco-Supervisors mehr kosten. Doch die Kosten-Nutzen-Analysen von der Eco-Supervisor Emillie O'Brien auf unserer Website belegen, dass grünes Produzieren sogar Kosten spart. Auch wenn jemand nicht von der nachhaltigen Produktionsweise überzeugt ist, kann er dadurch zumindest Kosten sparen."

Wie Filme nachhaltig gemacht werden, verrät Christiane Dopp im Interview mit dem Debattenportal Meinungsbarometer.

Der italienische Filmmacher Renzo Carbonera entschloss sich, seinen ersten Kinospielfilm Resina grün zu drehen, der er im Sommer 2016 in Trentino realisiert hat, bevor die Trentino Film Commission dort das  "T-Green Film Rating-System" eingeführt hat, das einen finanziellen Bonus für nachhaltige Produktionen gewährt. "In unserem Fall war das eine wirtschaftliche Entscheidung. Zugleich konnten wir dadurch die lokalen Bewohner*innen des Dorfes in unsere Produktion einbinden, die sich an den grünen Richtlinien orientiert haben", erläuterte Renzo Carbonera.

„Auch wenn jemand nicht von der nachhaltigen Produktionsweise überzeugt ist, kann er dadurch zumindest Kosten sparen.“
Lydia Dean Pilcher

Der preisgekrönte deutsche Regisseur und Produzent  Carl A. Fechner, der sämtliche seiner Filme komplett nachhaltig dreht, benötigt dafür keinerlei finanzielle Anreize  von einer Filmförderung. "Das ist keine Frage der Bezahlung, sondern der Überzeugung. Entweder ich möchte grün drehen oder nicht. Das hängt aber nicht davon ab, ob mir jemand dafür Geld gibt", versicherte Carl A. Fechner.

"Wir haben in jedem einzelnen Moment die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen", gab der britische Filmemacher Maxim Jago zu Bedenken, der den ersten grünen Virtual Reality-Film vorbereitet. "Bisher haben wir vielleicht Plastikflaschen verwendet, aber  jetzt können wir uns für eine Alternative aus Bambus oder etwas anderes entscheiden. Wir können jederzeit eine umweltfreundlichere Lösung wählen und dadurch, dass die Umwelt eine Rolle für uns spielt, entwickeln wir ein Bewusstsein dafür. Dieses Bewusstsein führt dazu, dass wir unser Verhalten ändern!"

Bildschön

Christiane Dopp war als Expertin für umweltfreundliche Medienproduktion in den Bundestag eingeladen.

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